Bis zu 40% den korrekten Immobilienpreis verfehlt

Bis zu 40% den korrekten Immobilienpreis verfehlt

Bis zu 40% den korrekten Immobilienpreis verfehlt

Der Immobilienpreis in den deutschen Städten wächst seit Jahren fast ungehindert und 2021 haben Investoren Rekordsummen gezahlt. Doch die Bundesbank befürchtet, dass sich die Preise unverhältnismäßig entwickelt haben und weiterentwickeln werden.

 

Veränderungen am Immobilienmarkt

Die Preisangaben liegen zum Teil um mehr als ein Drittel über dem, was tatsächlich üblich wäre: Der Trend zu stark verteuerten Immobilien in deutschen Metropolen hat sich im letzten Jahr weiter bestätigt. Das geht aus dem jüngsten Monatsbericht der Bundesbank hervor. Die Überschätzungen bei Wohnimmobilien sind stark gestiegen. Die Immobilienpreise in den Städten bewegten sich nach den aktuellen Schätzungen im Jahr 2021 zwischen 15 und 40 Prozent über dem Preis, den die soziodemografischen und ökonomischen Eckdaten angeben. 2020 habe die Überschätzung lediglich bei bis zu 30 Prozent gelegen.

Auch außerhalb der Ballungsräume sollen nach Ansicht der Bundesbank Wohnimmobilien im letzten Jahr erheblich teurer geworden sein. Dabei spielten neben der unverändert großen Nachfrage auch die andauernden Lieferengpässe eine wichtige Rolle. „Die Engpässe verteuern das Baumaterial für den Wohnungsbau und lassen so die Baupreise in die Höhe schnellen“, erklärt der Vorstand der Magna Real Estate AG Jörn Reinecke. Auch 2022 dürfte sich diese Lage kaum verbessern, denn eine Entlastung der weltweiten Lieferketten ist nach wie vor nicht absehbar.

 

Die Bundesbank warnt vor dem steigenden Immobilienpreis

Die Bundesbank weist schon seit einiger Zeit auf eine Immobilienblase hin. Die drastischen Steigerungen vom durchschnittlichen Immobilienpreis in Deutschland und anderen europäischen Ländern haben nun auch den EU-Risikorat ESRB auf den Plan gerufen. Es gebe einen breit gestreuten Anstieg der Hauspreise, warnte das bei der Europäischen Zentralbank verankerte Kontrollgremium. Die Prognosen lassen auf eine sehr hohe und wachsende Überbewertung schließen. Die Bundesrepublik müsse mehr tun, um dem Preisauftrieb Einhalt zu gebieten, so das Gremium. So empfiehlt der EU-Risikorat die Einführung einer Deckelung des Beleihungsausmaßes bei der Finanzierung von Immobilien.

Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat deswegen bereits strengere Regeln für Banken in die Wege geleitet. So sollen Deutschlands Finanzinstitute in den kommenden zwölf Monaten einen weiteren Sicherheitspuffer für mögliche Rückschläge, zum Beispiel auf dem Immobilienmarkt, ansparen. Ein weiterer Puffer soll am 1. April eingerichtet werden, um gezielt Wohnimmobilienkredite zu sichern.

 

Befinden wir uns tatsächlich in einer Immobilienblase?

Die Frage, ob es in Deutschland eine Preisblase für Wohneigentum gibt oder nicht, ist unter Fachleuten schon lange ein Dauerbrenner. „Von Seiten der Bau- und Immobilienwirtschaft wird ständig darauf hingewiesen, dass in den Metropolen und ihrem Umland nach wie vor ein Engpass an Wohnraum herrscht und die Nachfrage wesentlich größer als das Angebot ist“, so der Vorstand der Magna Real Estate AG Martin Göcks.

(FA)